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Höhlenschnecken

 

in der Aachhöhle

 

von Herrn Dr. Gregor Schmitz
im Oktober 2005

 

Kaum eine Gruppe von Süßwasserschnecken ist schwieriger zu bestimmen als die der Höhlenschnecken. Sie gehören den Hydrobiidae („Binnen-Zwergdeckelschnecken”) an und sind verwandt mit der im Brackwasser vorkommenden Wattschnecke (Hydrobia ulvae). Die nur 2 bis 4 mm hohen, meist konischen bis turmförmigen, weißen oder durchscheinend farblosen Gehäuse finden sich z.T. massenhaft im Sediment von Höhlen, am Grunde von Brunnen, seltener an Quellaustritten. Sie sind wichtige Mitglieder der sog. Grundwasserfauna.

 


Wieviele Arten in Mitteleuropa bzw. Deutschland vorkommen, ist nicht bekannt. Zum einen ist es durchaus möglich, noch neue Formen zu finden, zum anderen ist bei den Höhlenschnecken noch nicht befriedigend geklärt, bei welchen es sich um Arten, Unterarten oder lediglich Varietäten handelt. Mittlerweile konnten in der Aachhöhle einige lebende Tiere für die genetische Analyse gefunden werden (Stefan Werner: 8.10.2005). Weitere Aufsammlungen sind erwünscht!

Zu den reinen Spalten- oder Höhlenbewohnern zählt die formenreiche Gattung Bythiospeum. Um 1900 war man vielfach der Meinung, dass jede Quelle eine eigene Bythiospeum-Art beherbergt, so das man fast 70 Arten beschrieb. Zeitweilig wurden viele dieser Arten wieder eingezogen und die Bythiospeum-Fauna auf drei Arten reduziert. Heute geht man eher wieder von zahlreichen Arten aus. Ein schlüssiges taxonomischen Konzept fehlt aber bisher.

 


Die Analyse einer kleinen Sedimentprobe aus der Aachhöhle ergab, dass die ca. 30 darin enthaltenen Gehäuse wohl überwiegend Bythiospeum saxigenum danubiale (Geyer 1907) zuzuordnen sind. Drei Individuen hatten deutlich schmalere Gehäuse, doch eine Artzuordnung erscheint bisher nicht möglich.

Da die Artbestimmung u.a. nach der Herkunft (Lokalität der Höhle / Quelle) entschieden wird (Gloer 2002), wären Schnecken von anderen Höhlensystemen zum Vergleich wertvoll. Da das Einzugsgebiet der Aachhöhlenwässer ca. 400 km2 umfaßt, ist die Verschwemmung aus anderen Teilen des Höhlensystems denkbar. Höhlentaucher sind daher aufgerufen von verschiedenen Stellen schneckenreiche Sedimente einzusammeln (und entsprechend zu kennzeichnen). Ich bin gerne bereit, mich mit den Funden zu beschäftigen (Adresse s.u.).

 

Wichtige Informationsquellen:

GLÖER P. (2002): Die Süßwassergastropoden Nord- und Mitteleuropas. Die Tierwelt Deutschlands, 73. Teil. Conchbooks (Mainz), 327 S.

Artenliste mit Angaben zur Verbreitung findet man unter:
http://www.mollbase.de/list/index.php?aktion=zeige_taxon&id=95

BRÜMMER F. (2005) Brunnenschnecken aus Karstwasserhöhlen. - Datz, 4/2005
http://www.datz.de/GEIZ2DH6qBHMq7Yp7F1omB16n.HTML?UID=C2E8CBA1D49C2BB52FB735FCA286A9569AECCDE5

Adresse des Autors:
    Dr. Gregor Schmitz

Weiterer Ansprechpartner:
    Roland Berka

Weitere Infos:
    Nur eine handvoll Sand.

 

Höhlentauchgruppe Aachprojekt
Text: Gregor S+, Bilder und Layout: Joachim K+,
Letzte Änderung: 05.11.2005