Am 19. Januar 2005 um 19 Uhr fand eine fast dreistündige Besucherführung in die Donauhöhle statt.
Die Leitung hatte Bernd H+.
Die Gäste waren Mitarbeiter der Stadt Tuttlingen und des dortigen Landratsamtes.
Der Abstieg erfolgte problemlos. Der „Regenschacht” machte an diesem Abend seinem Namen alle Ehre.
Der Zugang in die Donauhöhle war ohne weiteres möglich. So standen wir einige Zeit am Ufer der Donauhalle.
Nach diversen Erläuterungen wurden noch der kleine versteinerte Seeigel und ein Belemnit im Jurakalkstein an der Höhlendecke bewundert.
Kurz vor dem Wiederaufstieg entdeckte ich plötzlich einen etwa 8 cm langen Fisch im Schein meiner Stirnlampe. Er lag in Ruhestellung auf dem schlammigen Grund. Diese Stelle war seicht und ca. 20 cm tief.
Als alle Anwesenden ebenfalls dorthin leuchteten, begann sich die GROPPE, Cottus gobio, leicht zu bewegen und verschwand dann rasch in der Tiefe.
Die Groppe ist leicht zu erkennen. Besonders der dicke Kopf, breites Maul, große Brustflossen und die stacheligen Flossenstrahlen ermöglichen die Identifizierung.
Der gesichtete Fisch war sehr dunkel gefärbt, also schlecht seiner Umgebung angepasst. Ein erstaunlicher Umstand, denn er soll über ein sehr gutes Farbanpassungsvermögen verfügen.
Das für uns Höhlenforscher interessante an diesem Vorkommen ist die Existenz dieses Fisches in der Donauhöhle, ca. 800m vom Quelltopf der Aachquelle entfernt und das in tiefster Dunkelheit und zirka 100m unter der Erdoberfläche!
Bernd hatte mir schon vor einiger Zeit von den Fischen berichtet, die er bei seinen Tauchgängen dort unten gesehen hat.
Ich habe dies an die biologische Fakultät der Universität Konstanz schon damals und nun erneut dort mitgeteilt.
Möglicherweise kann so dieses erstaunliche Ereignis irgendwann aufgeklärt werden.
Sollte jemand über weitere Kenntnisse in diesem Zusammenhang verfügen, wären Mitteilungen wünschenswert.
Roland Berka
Engen im Hegau,
Februar 2005
Höhlentauchgruppe Aachprojekt
Text: Roland B+,
Bild: Derk Marko R+,
Layout: Joachim K+,
Letzte Änderung: 27.12.2005