Welcher Begriff ist für dieses Naturphänomen die richtige Bezeichnung?
Gewiss ist dies keine weltbewegende Angelegenheit. Dennoch gibt es hierüber immer wieder Diskussionen und selbst in diversen Fachpublikationen werden beide Begriffe verwendet.
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Eine kürzlich durchgeführte Recherche mit Google im Internet hat zirka 50 Treffer bei „Donauversinkung” und über 200 Treffer bei „Donauversickerung” ergeben! Das an sich schon unschöne und hart klingende Wort „Versinkung” kennt weder der DUDEN noch mein BROCKHAUS. Vermutlich hat auch keiner der deutschen Dichterfürsten dieses klobige Wort benützt, es sei denn in einer besonders grässlichen Ballade. |
Für Marketingzwecke halte ich es schon deshalb für völlig ungeeignet.
Meines Erachtens ist das Wort „Versinkung” sprachlich korrekt nur für ein
Ereignis anzuwenden, das an einem punktuell definierten Ort spontan eingeleitet
und zeitlich eng begrenzt zum Abschluss kommt:
z.B.: versinkt ein Schiff im Meer, ein Mensch im Sumpf oder
(scheinbar)
versinkt die Sonne im Meer, usw.
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Da ich mich schon seit vielen Jahren mit dem Naturphänomen DONAUVERSICKERUNG befasse und unzählige Male den dort stattfindenden Vorgang oft mehrmals täglich und auch zu allen Jahreszeiten beobachtet habe und dies noch immer durchführe, habe ich mir damit einen erheblichen persönlichen Erfahrungsvorteil erarbeitet. Das Donauwasser versickert in den entsprechenden Monaten meist breitflächig im Sand und Kies des Flussbettes und dies oft ohne für das Auge sichtbare Begleitumstände. |
Auch bei gelegentlichen Vordringen und Zurückweichen des Wassers nach Regengüssen, kann nur ein VERSICKERN beobachtet werden.
Als Begleiterscheinung werden dabei des Öfteren einzelne oder auch viele Schlucklöcher aktiviert, wobei manchmal das Wasser teilweise von wenigen oder auch vielen Spalten im Jurakalkstein verschlungen wird. Beim Einströmen des Wassers entstehen plätschernde oder auch stark gurgelnde Geräusche, die ängstliche Gemüter zuweilen beunruhigen.
Selbst bei größtem Hochwasserstand sind Stellen vorzufinden, an denen das Donauwasser von enormen Sog in Gesteinsspalten eingezogen wird.
Auch in dieser Situation versickert ständig Wasser über kilometerweite Strecken im Flussbett.
Dies gilt dabei vom Immendinger Wehr flussabwärts über Möhringen, das Stadtgebiet Tuttlingen bis hinunter zu den bekannten Versickerungsstellen bei Fridingen.
Es ist also nur sinnvoll, von VERSICKERUNG zu sprechen.
Roland Berka
Engen im Hegau,
Mai 2004
Siehe auch die Video-Kassette des SWR: „Schätze des Landes, wo die Donau sinkt und sickert - Ein Fluss verschwindet”. Die Kassette kann bei TZ-Video, Schulstr. 28, Gomaringen bezogen werden.
Höhlentauchgruppe Aachprojekt
Text: Roland B+,
Bilder: Joachim K+ und
Layout: Joachim K+
Letzte Änderung: 04.04.2008