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Kurzbiographie von

Herrn Pfarrer Bruno Hettich

Geboren am 02. Juli 1928 in Furtwangen
Eltern August Hettich und Frieda geb. Zähringer. Der Vater war Dozent an der Fachhochschule Furtwangen. Zur nahen Verwandtschaft zählte u.a. der berühmte Dirigent Wilhelm Furtwängler.

Bruno Hettich besuchte das Bertholds-Gymnasium in Freiburg, kam mit 16 Jahren zu den Flakhelfern und am Kriegsende in Bayern in amerikanische Gefangenschaft. Indem er sich Entlassungspapiere selbst ausstellte und mit einem ebenso selbstgefertigten Stempel versah, entließ er sich nach wenigen Monaten in Frankreich aus dieser misslichen Lage. Er besuchte wieder das Gymnasium, diesmal in Konstanz. Aufgrund seiner außerordentlich hohen Befähigung übersprang er zwei Klassen und machte 1948 das Abitur. Es schloss sich das theologische Studium in Freibung und St. Peter an. 1953 wurde er zum Priester geweiht und war anschließend 2 Jahre in Konstanz und 6 Jahre in Mannheim als Kaplan tätig.

Im Mai 1961 wurde ihm die Pfarrei von St. Andreas Möhringen und ab 1962 auch die von St. Jakobus in Esslingen übertragen. Seine Arbeit war für beide Gemeinden prägend. In seiner kämpferischen Art, gepaart mit gewieftem Verhandlungsgeschick und starker Rethorik, war er Initiator und Motor bei der Gründung des Krankenpflegevereins, der Sozialstation in Geisingen, und ebenso bei einigen Neu- und Umbauten kirchlicher Gebäude, der totalen Umgestaltung der Mauer unterhalb der Kirche und der Renovierungen von Pfarrkirche und des Kirchles im alten Fiedhof. Diese 38 Jahre bis zu seinem Tod, am 22. Juli 1999, waren ausgefüllt von rastloser und segensreicher Arbeit für die beiden Pfarreien.

Pfarrer Hettich war vielseitig interessiert und auch technisch hochbegabt. Seine Hobbys waren das Bergsteigen und die Mathematik. Er bewegte viel, konnte mitreißen und die Jugend für sich begeistern. Alljährliche Organisation und Leitung von zweiwöchigen Zeltlagern für die Ministranten war obligatorisch. Darum war es auch naheliegend, dass er sich in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre, mit jungen Männern der damaligen Kolpingsfamilie, an die Erkundung des „Trakenlochs” am Hattiger Berg machte. Man kam damals etwa 12 Meter in dieser Kluft hinunter, dann versperrte ein Engpass das Weiterkommen. Es gab keine Aussicht auf eine Lösung des Problems. Das Interesse der Beteiligten, wie sich die Felsspalte fortsetzen würde, ging deshalb bald verlohren.

Karlheinz Keller,
Tuttlingen-Möhringen, den 07.04.2005

 

Letzte Änderung: 05.06.2005